Über den Kerndatensatz

Der "Kerndatensatz Forschung" (KDSF) für das deutsche Wissenschaftssystem ist eine Spezifikation von Standards, die eine harmonisierte Erfassung und Vorhaltung von Forschungsinformationen über Forschungseinrichtungen in Deutschland hinweg ermöglichen sollen. Forschungsinformationen sind Informationen zu Forschungsaktivitäten von Forscher/innen, Gruppen von Forscher/innen oder ganzen Forschungseinrichtungen – wie etwa Angaben zu Beschäftigten, Nachwuchsforscher/innen, Drittmitteln, Patenten oder Publikationen.

Zur Erarbeitung dieser Standards wurden im Projekt "Kerndatensatz Forschung" die in den Empfehlungen des Wissenschaftsrats zu einem Kerndatensatz Forschung vom Januar 2013 festgelegten sogenannten "Kerndaten" (sowie weitere Elemente) spezifiziert und definiert. Die operative Laufzeit des Projekts startete im Herbst 2013 und wurde im Herbst 2015 beendet. Die mit Abschluss des Projekts vorgelegte Spezifikation des Kerndatensatz Forschung (Version 1.0) wurde im Januar 2016 durch den Wissenschaftsrat zur Implementierung im deutschen Wissenschaftssystem empfohlen (siehe Empfehlungen zur Spezifikation des Kerndatensatz Forschung). Neben einer Zusammenfassung der inhaltlichen Standards und der Darstellung des Entwicklungsprozesses enthalten die Empfehlungen auch Vorschläge für die Einführung und Weiterentwicklung des Kerndatensatzes im deutschen Wissenschaftssystem. Ein wichtiger Bestandteil dieses skizzierten Prozesses ist die Einrichtung eines sogenannten Helpdesks zur Unterstützung der Einführung des Kerndatensatz Forschung. Weitere Informationen

Forschungsinformationen werden für eine Reihe externer und interner Berichtsanlässe verwendet. So verarbeiten Universitäten und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen heute vielfach entsprechende Informationen für Berichte an bspw. Wissenschaftsministerien und Zuwendungsgeber, statistische Ämter, den Wissenschaftsrat, Organisationen zu Erstellung von Rankings und Ratings, Akkreditierungsagenturen oder zur Durchführung der leistungsbasierten Mittelzuweisung. Auch die Entwicklung interner Steuerungsinstrumente und Indikatoren für Zwecke des Controllings und der Kommunikation ist auf Forschungsinformationen und die Aufbereitung der entsprechenden Daten angewiesen.

Diese vielfältigen Verarbeitungszwecke für Forschungsinformationen und das Fehlen von übergreifenden Standards haben dazu geführt, dass ähnliche Informationen in Forschungseinrichtungen oftmals parallel in unterschiedlichen Formaten vorgehalten, verarbeitet und ausgetauscht werden. Dieser Umstand bedeutet einen hohen Verarbeitungsaufwand, begünstigt ineffiziente sowie intransparente Prozesse und ist somit für Forschungseinrichtungen mit hohem Ressourceneinsatz verbunden. Universitäten und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen haben unterschiedliche Strategien zur Informationsverarbeitung entwickelt. Während einige Einrichtungen über ausgefeilte Informationssysteme verfügen, verarbeiten andere Einrichtungen die entsprechenden Daten weitestgehend auf ad-hoc-Basis. In Ermangelung von Standards sind Forschungsinformationen häufig nur eingeschränkt über verschiedene Forschungseinrichtungen vergleichbar und aggregierbar. Auch ist die Qualität der entsprechenden Daten und Informationen schwer zu beurteilen.

Auf der Basis des Kerndatensatz Forschung (KDSF) – einer Standardspezifikation für Forschungsinformationen – soll ein Prozess in Gang gesetzt werden zur Verbesserung der externen und internen Berichtslegung von Forschungseinrichtungen. Die nun vorliegende Standardspezifikation enthält Vorschläge sowohl für die Elemente – d.h. die als relevant erachteten Forschungsinformationen –, als auch für die jeweiligen Definitionen und Datenformate. Der Kerndatensatz Forschung ist somit ein freiwilliger Standard für die dezentrale Verarbeitung von Forschungsinformationen und ein Austauschformat (und kein 'Datensatz' im eigentlichen Sinne), der die Berichtlegungsprozesse im deutschen Wissenschaftssystem zukünftig effizienter gestalten und zu einer erhöhten Datenqualität führen soll.

Der Kerndatensatz Forschung richtet sich sowohl an Dateneigner/innen – d.h. Universitäten und Forschungseinrichtungen, die ihre Datenverarbeitung an den Standard anpassen –, als auch an Datennutzer/innen – berichtsnachfragende Organisationen wie bspw. Zuwendungsgeber oder Wissenschaftsministerien, die ihre Abfragen von Forschungsinformationen an der Standardspezifikation orientieren. Um als Standard einsetzbar zu sein, enthält Kerndatensatz Forschung vielseitig anpassbare Kerndaten, allerdings keine Indikatoren oder Kennzahlen. Die Konstruktion sinnvoller und tragfähiger Kennzahlen oder Indikatoren auf Basis des Kerndatensatz Forschung obliegt vielmehr den berichtsnachfragenden Einrichtungen.

Detailinformationen zur Kerndatensatzspezifikation und ihrem Aufbau finden Sie an dieser Stelle.

Weitere Informationen zum Kerndatensatz Forschung finden sich darüber hinaus auf der Webseite des Wissenschaftsrats.